Gleich zwei Neuerscheinungen des indischen Markts fliegen mir hier auf den Tisch. Die traditionell-moderne Talentschmiede „Bollywood hall of Fame“ hält anscheinend nie still…
Dabei handelt es sich bei R.D.Burman eher um einen alten Hasen, als um einen Neuling. Schon in den 70er Jahre befand er sich auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Auf dem vorliegenden Doppelalbum sind neben seinen besten Stücken auch Raritäten enthalten, die zeigen, dass seine Arbeit als Produzent und Remixer auch heute noch zahlreiche Musiker inspiriert. Denn wenn Burman seine Vorliebe für etwas gefunden hatte, dann für das Experimentelle. Dass Burman mit seinen Werken jedes Mal sein Publikum aufs Neue verzaubern und in Bewegung setzen wollte, zeigt sich auch durch die Kombination von westlicher und traditioneller Musik, die zu seiner Zeit noch häufig kritisiert wurde. Wurde Burman aber damals von seinen Zeitgenossen inspiriert, inspiriert er nun wiederum die Musiker der hiesigen Zeit.
Die zweite Doppel-CD stammt nun von dem Sänger Shankar Mahadevan. Auch er zieht seine Einflüsse nicht nur aus der klassischen karnatischen (aus dem Süden Indiens stammenden) oder der hindustanischen (aus dem Norden stammenden) Musik, sondern auch von Künstlern wie Steve Wonder, Pink Floyd oder Bobby McFerrin. 2006 kam es dann zu einer Aufnahme mit dem Jazzer John McLaughlin für das Album „Industrial Zen“. Eine Tour mit der Band Shakti folgte. Mahadevans Musik zeichnet sich also nicht nur durch die traditionellen Einflüsse sonder auch durch ihre Folk-, Klassik-, Jazz- und Popanleihen aus, die noch dazu auf mehreren Sprachen gesungen werden.
Zwei Doppelalben von zwei traditionell-modernen Sängern Indiens, die gleichermaßen zweigen, dass Bollywood weit mehr ist als kitschiger Liebesfilm-Schmalz.
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